Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin
Nur für drei Wochen und nur in Berlin: Weltweit einzigartige Ausstellung versammelt zwei Drittel der noch existierenden Exemplare der legendären Blauen und Roten Mauritius-Briefmarken
DIE BLAUE MAURITIUS
DAS TREFFEN DER KÖNIGINNEN IN BERLIN
Allein der Gedanke an diese Rarität lässt die Herzen der Sammler in aller Welt höher schlagen, und auch für Laien symbolisiert die Blaue Mauritius alles, was eine Briefmarke zur Besonderheit macht: ein märchenhaft hoher Wert, absolute Seltenheit und eine faszinierende Entstehungsgeschichte, um die sich manche Mythen und Legenden ranken. Unter dem Titel "Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin" wird das Museum für Kommunikation Berlin vom 2. bis zum 25. September 2011 zwei Drittel der heute noch existierenden 27 Mauritius-Marken präsentieren.
"In dieser einzigartigen Ausstellung führen wir die bislang größte Anzahl dieser philatelistischen Kostbarkeiten in unserer Schatzkammer zu einem königlichen Familientreffen zusammen", so Museumsdirektorin Dr. Lieselotte Kugler. Das Museum für Kommunikation Berlin ist selber im Besitz einer Roten und einer Blauen Mauritius. Die restlichen der vor über 160 Jahren in der britischen Kronkolonie Mauritius herausgegebenen und nun in Berlin zu bewundernden 18 Marken stammen unter anderem aus den Sammlungen Ihrer Majestät Königin Elisabeth II., der British Library, der Postmuseen in Den Haag und Stockholm, des Blue Penny Museums (Port Louis/Mauritius) sowie von einer Reihe privater Sammler. Höhepunkt der Schau ist das "Kronjuwel der Philatelie": der mit einer Blauen und einer Roten Mauritius frankierte, auf rund vier Millionen Euro taxierte "Bordeaux-Brief". Außerdem werden unter anderem der originale Kostenvoranschlag für den Druck der Marken, der einzige erhaltene Probedruck aus dem Entstehungsjahr 1847 sowie drei Abzüge von der heute verschollenen Originaldruckplatte aus dem Jahre 1912 zu sehen sein.
Eine Begleitausstellung sowie ein Katalog erläutern den Besucherinnen und Besuchern den historischen Hintergrund des "Mythos Mauritius" und zeigen, was uns an diesen Marken nach wie vor so fasziniert. Neben Geschichten, Rätseln und den vielen Fälschungen und Faksimiles der Marken werden hier auch zahlreiche Filme, Bücher und Werbekampagnen beleuchtet, die das Thema "Mauritius" aufgreifen.
"Mythos Mauritius"
Die blaue Two-Pence- und die rote One-Penny-Marke wurde 1847 in der britischen Kronkolonie Mauritius in einer Auflage von jeweils 500 Stück herausgegeben. Als Vorbild diente dem Graveur die erste Briefmarke der Welt, die britische "Penny Black" mit dem Profil der jungen Königin Victoria. Durch ihren Aufdruck "Post Office" unterscheiden sich die Exemplare dieser ersten Auflage von den späteren, weniger wertvollen Marken, die den Schriftzug "Post Paid" (Gebühr bezahlt) tragen. Zu begehrten Sammlerstücken wurden die so genannten "Mauritius Post Office"-Marken, weil man sie zunächst für Fehldrucke hielt. Eine andere Anekdote besagt, der Graveur habe während seiner Arbeit den Text für die Aufschrift vergessen. Auf dem Weg zu seinem Auftraggeber habe er dann das Schild "Post Office" (Postamt) gesehen, und da sei ihm wieder eingefallen, was er schreiben sollte - eine Legende, an der man bis zum Fund der Originaldruckplatte im Jahre 1912 festhielt. Dass Lady Gomm, die Gattin des Gouverneurs von Mauritius, die Marken eigens herstellen ließ, um ihre Einladungen zu einem Kostümball mit eigenen Postwertzeichen aufzuwerten, ist schließlich ein Mythos, der sich bis heute gehalten hat.
Die Höhepunkte des "Familientreffens"
Die beiden Briefe aus Bordeaux
Ein französischer Schuljunge entdeckte1902 im Archiv einer Weinhandlung den so genannten "Bordeaux-Brief”. Im Jahr 1847 bestätigte der in Port Louis (Mauritius) ansässige Weinhändler Edward Francis seinem Lieferanten in Bordeaux in diesem Brief den Erhalt von 48 Fässern Wein. Um sicher zu stellen, dass die Nachricht ihr Ziel auch erreichte, verschickte Edward Francis wie damals üblich gleich zwei Briefe identischen Inhalts - und zwar mit verschiedenen Schiffen. 1904 erwarb das Reichspostmuseum, das heutige Museum für Kommunikation Berlin, den zweiten Brief. Dieser ist mit einer Blauen Mauritius freigemacht und versandt worden, die Marke ist jedoch nicht entwertet worden. In dieser Ausstellung sind die beiden Briefe nun erstmals wieder vereint.
Die "Ball Covers"
Einem Mythos zufolge ließ Lady Gomm, die Gattin des Gouverneurs von Mauritius, die Marken eigens herstellen, um die Einladungen zu ihrem Kostümball mit eigenen Postwertzeichen aufzuwerten. Im Rahmen der Ausstellung werden die letzten drei erhaltenen Exemplare der von Lady Gomm versandten Umschläge nun erstmals gemeinsam öffentlich gezeigt. Die so genannten "Ball Covers" sind jeweils mit einer orange-roten One Penny Post-Office-Marke, der Roten Mauritius, freigemacht. Einer der Umschläge befindet sich im Besitz von Königin Elisabeth II., der zweite wird in den Philatelic Collections der British Library in London aufbewahrt, der dritte stammt aus einer privaten Sammlung.
Die Queen unter den Königinnen
Bei der ungebrauchten Blauen Mauritius aus der Sammlung Königin Elisabeths II. handelt es sich um das wohl schönste erhaltene Exemplar. 1903 fand der gebürtige Schotte James Bonar die Marke in einem von ihm als Kind 40 Jahre zuvor angelegten Briefmarkenalbum. In einer spannenden Auktion im folgenden Jahr in England stach der Agent des Prinzen George das Berliner Reichspostmuseum als Mitbieter aus und erwarb die Marke für den Aufsehen erregenden Rekordpreis von £ 1450 für die Sammlung des späteren Königs George V. Seitdem befindet sich die Marke in der Royal Philatelic Collection.
Die Mauritius-Faksimiles des Reichspostmuseums
1897 überließ der französische Händler Théophile Lemaire dem Reichspostmuseum eine Rote und eine Blaue Mauritius zur Ansicht und Prüfung. Schnell wurde klar, dass der geforderte Preis für das Museum zu hoch sein würde. Allerdings nutzte man die Zeit, um zwei Kopien anfertigen zu lassen. Als das Museum die Faksimiles daraufhin ausstellte, wurde dies vom Händler zu Recht mit Verwunderung und Empörung aufgenommen. Auch diese Reaktion wird das Museum dazu bewogen haben, 1901 beziehungsweise
1904 schließlich doch die Originale zu erwerben und auszustellen. In der Ausstellung werden die Original-Faksimiles aus dem Jahr 1897 nun erstmals wieder gezeigt und können mit den echten Vorbildern verglichen werden.
Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin
2. bis 25. September 2011
www.mauritius-in-berlin.de
Mit freundlicher Unterstützung von Deutsche Post DHL und Richard Borek
14:03:00 - 01.09.2011
Katalog
"Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin", 246 Seiten und zahlreiche farbige Abbildungen, 28,90 EUR (im Museumsshop)
Eintritt
zeitgebundene Tickets 8 EUR, ermäßigt 5 EUR, VIP-Tickets (ohne Zeitbindung) 22 EUR
buchbar unter www.mauritius-in-berlin.de oder an der Museumskasse
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 9 - 22 Uhr