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Entwurf für Schulentwicklungsplan 2012 vorgestellt: Neue Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien vorgesehen, Ausbau vieler Standorte
Schulsenator Ties Rabe hat heute den Referentenentwurf für einen Schulentwicklungsplan 2012 vorgestellt. Damit nähert sich ein fast vierjähriger Prozess der Schulentwicklungsplanung dem Ende. Ties Rabe: "Nach stürmischen Strukturdiskussionen und zahlreichen Schulveränderungen soll das Hamburger Schulsystem jetzt eine klare Perspektive bekommen. Mit der vierjährigen Grundschule und den beiden weiterführenden Schulformen Stadtteilschule und Gymnasium hat Hamburg ein modernes und sehr leistungsfähiges Schulsystem, das jetzt die Zeit bekommen soll, um sich zu entwickeln. Deshalb wird dieses Schulsystem vom Senat geschützt - das ist unser Beitrag für einen Schulfrieden. Nach den vergangenen Auseinandersetzungen brauchen Hamburgs Schulen wieder Verlässlichkeit und Klarheit."

Hamburgs allgemeine Schulen sollen sich künftig gliedern in

- 191 Grundschulen mit den Klassenstufen 1 bis 4 sowie Vorschulklassen und
13 Grundschulangebote an Stadtteilschulen

- 56 Stadtteilschulen, davon
43 Schulen mit den Klassenstufen 5 bis 13 sowie
13 Schulen mit Vorschulklassen und den Klassenstufen 1 bis 13

- 61 Gymnasien mit den Klassenstufen 5 bis 12

Wegen wachsender Schülerzahlen sollen einige neue Schulen gegründet bzw. Schließungspläne zurückgenommen werden. So schlägt die Schulbehörde vor, im Zuge des Wohnungsbaus eine neue Grundschule und ein neues Gymnasium in der Hafencity zu gründen. Im Kerngebiet von Eimsbüttel soll in der Christian-Förster-Straße zum kommenden Schuljahr 2012/13 ein neues Gymnasium den Schulbetrieb aufnehmen. In Kirchwerder soll die von Schließung bedrohte Grundschule als Teil der Stadtteilschule bestehen bleiben, in Steilshoop und auf der Veddel die von Schließung bedrohten bzw. geschlossenen Stadtteilschulen erhalten bleiben. Darüber hinaus sollen in Rissen, Uhlenhorst und Harburg Zweigstellen von Stadtteilschulen eingerichtet werden, die sich perspektivisch zu eigenen Stadtteilschulen entwickeln können. In Meiendorf soll sogar eine neue Stadtteilschule gegründet werden.

Grundlage der Planungen sind wachsende Schülerzahlen. Die Bevölkerungsprognose des Statistikamtes Nord und die darauf aufbauende Schülerprognose der Behörde zeigen, dass bis 2022 mit insgesamt leicht ansteigenden Schülerzahlen zu rechnen ist (+ 3,7% gegenüber 2011). Die Planung berücksichtigt darüber hinaus das Anwachsen der Zahl der Schulklassen durch kleinere Klassengrößen, längere Schulbesuchszeiten durch stärkeren Besuch von Vorschulklassen und Oberstufen, einen deutlichen Ausbau von Ganztagsschulangeboten und neue Herausforderungen im Bereich der Inklusion.

Senator Rabe: "Bei der Planung haben wir regionale Besonderheiten und den Willen der schulischen Gremien berücksichtigt. Im Vorwege wurden zahlreiche Vorschläge mit Vertretern der Schulen abgestimmt. So bleiben in ländlichen Bereichen sieben eigentlich zu kleine Grundschulen erhalten, um den Kindern weite Wege zu ersparen. Auf der Veddel und in Steilshoop werden zwei sehr kleine Stadtteilschulen vorgeschlagen, um diese Stadtteile zu stärken und regionalen Besonderheiten wie beispielsweise die hervorragende Zusammenarbeit einer Schule mit einem großen Hamburger Unternehmen zu sichern."

Besondere Herausforderungen stellt die Schulentwicklung an den Schulbau. An zahlreichen Schulen müssen Erweiterungen und Neubauten vorgenommen werden, um Platz zu schaffen für wachsende Schülerzahlen, mehr Schulklassen, Kantinen und neue Ganztagsangebote. Zugleich müssen sehr viele Schulgebäude saniert werden.

Mit der Vorstellung des Entwurfs beginnt ein breiter mehrmonatiger Beratungs- und Beteiligungsprozess zur Schulentwicklungsplanung, in den Schulen, Eltern-, Lehrer-, Schülervertretungen und Bezirke eingebunden sind, bevor die Deputation der Schulbehörde Anfang Februar 2012 abschließend entscheidet.

Im Einzelnen sieht der Entwurf des Schulentwicklungsplans folgende Maßnahmen vor:

Grundschulen
Insgesamt sind 204 Grundschulstandorte mit durchschnittlich 3,2 Parallelklassen geplant: 191 selbständige Grundschulen und 13 Grundschulangebote an Stadtteilschulen. Es soll keine Grundschule geschlossen werden, stattdessen soll eine neue Grundschule in der Hafencity (Baakenhafen) gegründet werden. Aus regionalen Gründen werden sieben kleine Standorte mit nur einer Klasse pro Jahrgang zugelassen: Neuland, Cranz, Neuwerk, Altengamme, Kirchwerder, Fünfhausen-Warwisch, Mittlerer Landweg. Die größten Grundschulen mit je sechs Parallelklassen sind Mümmelmannsberg, Stengelestraße, Elbinselschule, Grumbrechtstaße, Altonaer Straße und Fridtjof-Nansen-Schule.

Stadtteilschulen
Insgesamt sind 56 Stadteilschulen mit durchschnittlich 5,6 Parallelklassen geplant: 49 Stadtteilschulen sollen am eigenen Standort Oberstufen führen, sieben im Verbund an einer benachbarten Stadtteilschule. 13 Stadtteilschulen sind Langformschulen von Klasse 1 bis 13. Die größten Stadtteilschulen sind Harburg mit neun Zügen sowie Niendorf, Julius-Leber-Schule, Heinrich-Hertz-Schule und Gyula-Trebitsch-Schule mit je acht Zügen. Vier Stadtteilschulen sollen perspektivisch komplett neu gebaut werden oder in andere Gebäude umziehen: Kurt-Tucholsky-Schule (Neubau auf dem früheren Güterbahnhofsgelände in Altona), Lurup (Neubau vor Ort), Stadtteilschule am See (s.o.), Goosacker (Umzug).

Mit den Stadtteilschulen Meiendorf und Slomanstieg (Veddel) sollen zwei neue Stadtteilschulen gegründet werden. Drei große Stadtteilschulen werden kleinere Zweigstellen gründen, die langfristig Eigenständigkeit erlangen können: Rissen (Stadtteilschule Blankenese), Uhlenhorst (Stadtteilschule Heinrich-Hertz-Schule) und Harburg-Maretstraße (Stadtteilschule Harburg). Die Stadtteilschule am See" in Steilshoop wird trotz niedriger Anmeldezahlen weiterhin als Stadtteilschule geführt, um ein Angebot in Steilshoop zu sichern. Hier soll zügig eine bauliche und konzeptionelle Neugestaltung erfolgen, um die Schule attraktiver zu machen und die Anmeldezahlen verbessern.

Gymnasien
Insgesamt sind 61 Gymnasien geplant, darunter zwei neue Gymnasien an Standorten mit großer Schülernachfrage: ein Gymnasium in der Christian-Förster-Straße in Hoheluft-West und ein Gymnasium in der Hafencity. An zahlreichen Gymnasien sind größere Bau- und Sanierungsmaßnahmen vorgesehen, unter anderem sollen Charlotte-Paulsen-Gymnasium und Matthias-Claudius-Gymnasium (beide Wandsbek) an ihren Standorten erweitert werden. Ein durchschnittliches Gymnasium hat 4,1 Parallelklassen pro Jahrgang. Hamburgs größte Gymnasien sind laut Planung die Gymnasien Lohbrügge (sechs Züge), Christianeum, Ohmoor und Grootmoor (je 5,5 Züge). Drei Gymnasien kooperieren in der Oberstufe mit Stadtteilschulen.



Der Entwurf ist unter www.hamburg.de/schulentwicklungsplan vollständig im Internet veröffentlicht.



13:17:00 - 25.10.2011
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