OB Albig: Schließung des Arsenals ein Fiasko
Mit Blick auf die Debatte um die Bundeswehrreform im Landtag am Donnerstag, 17. November 2011, warnte Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig vor Resignation: "Wir dürfen in Schleswig-Holstein den Kampf um das Marinearsenal in Kiel nicht leichtfertig aufgeben. Das Arsenal ist weitaus mehr als eine Figur im Reformschach des Verteidigungsministers. Diese Einrichtung ist nicht nur als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für das ganze Land von zentraler Bedeutung, sondern ebenso für die Leistungsfähigkeit der gesamten Marine."
Bereits am Mittwoch, 16. November 2011, hatte Kiels Oberbürgermeister sich persönlich erneut im Marinearsenal informiert. Nach Gesprächen mit Führung, Personalrat und dem Leiter der Ausbildungswerkstatt steht für den Oberbürgermeister fest: "Der Verteidigungsminister ist bislang jede schlüssige Begründung für die Schließung des Arsenals schuldig geblieben. Der Betrieb ist zu 92 Prozent ausgelastet, leistungsfähig und von strategischer Bedeutung für die weltweite Einsatzfähigkeit der Marine."
Tief beeindruckt zeigte Albig sich auch von der Ausbildungswerkstatt, die letzte ihrer Art in der Landeshauptstadt. "Dort bekommen junge Menschen - auch wenn sie weniger gute Schulabschlüsse hatten - qualifizierte Ausbildungen in zukunftsfähigen Berufen, die aus ihnen starke Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen. Die lange Liste der ausgezeichneten Kammer- und Landesbesten beweist, dass diese Absolventen ein wichtiger Baustein bei der Nachwuchsgewinnung der Industrie darstellen und wie erfolgreich das Arsenal als Aus-bildungsbetrieb in Schleswig-Holstein ist."
Für Oberbürgermeister Albig bleibt kein Zweifel, dass viele Städte und Gemeinden durch die Bundeswehrreform Lasten tragen werden müssen - auch Kiel. Trotzdem müsse im Reformprozess deutlich erkennbar bleiben, wo neben einer nackten Stelleneinsparung der Mehrwert liegt: "Nach dem jetzigen Erkenntnisstand ist die Schließung des Arsenals für Kiel und unsere Region, aber eben auch betriebswirtschaftlich und aus Sicht der Marine ein Fiasko. Hier muss es eine Korrektur der Schließungspläne geben. Gute Politik ist in der Lage, Fehler zu erkennen und sie zu korrigieren. Herr Verteidigungsminister: Hier haben Ihre Berater einen Fehler gemacht. Bitte korrigieren Sie ihn."
02:58:00 - 17.11.2011